Institut für Pathologie

Medizinische Universität Graz

Hinweise für Einsender

Fixation von Präparaten

Das beste Fixationsmittel für histologische Untersuchungen (wenige Ausnahmen, siehe später) ist 4 %iges gepuffertes Formalin.

Das Volumenverhältnis Gewebe / Formalin sollte mindestens 1:5 betragen, besser 1:10

Einsendung stets in einem gut verschlossenen, ausreichend großem Gefäß.

Auf dem Einsendeschein bitte so viele Angaben wie möglich:

  • Lokalisation
  • Angaben zu topographischen Markierungen (Fäden)
  • kurze Anamnese
  • klinische Diagnose
  • klinische Fragestellung

Fehlende bzw. unleserliche Angaben schaden evtl. Ihren PatientInnen! *Fixieren großer Gewebeproben Größere Gewebeproben bzw. Organe sollten in ausreichend großen Gefäßen in Formalin verschickt werden.

Jedes Gewebe behält seine Form bei, in der es mit Formalin fixiert wurde, und so kann es passieren, dass beispielsweise ein Uterus in einem zu kleinen Gefäß die Form desselben "übernimmt". Eine problemlose räumliche Zuordnung der Gewebestrukturen ist zwar auch in solchen Fällen fast immer möglich, wird aber deutlich erschwert.

Ein zweites, weitaus wichtigeres Argument gegen das Fixieren in zu kleinen Gefäßen ist die Tatsache, dass das Volumenverhältnis "Formalin : Gewebe" mindestens 5:1 betragen sollte, um eine gute Fixation zu gewährleisten. Dieses Verhältnis ist mit Gefäßen, die fast nur vom Gewebe ausgefüllt werden, nicht zu gewährleisten, es kommt also zur Autolyse und damit zur Unbefundbarkeit!

Weiterhin können manche Gewebeproben dem Gefäß nach der Fixation gar nicht mehr entnommen werden. Formalin härtet das ehemals weiche Gewebe, welches unfixiert leicht in das Gefäß geschoben wurde. Nach bereits 4-5 Stunden in Formalin passt die Probe nicht mehr durch die Gefäßöffnung. Dies gilt sowohl für große Gewebsproben (Uterus myomatosus, Harnblase) als auch für kleinere (beispielsweise Lipom). Das Gefäß muss dann aufgeschnitten bzw. zerschlagen und verworfen werden.

Andere Fixationen bzw. Behandlung erfordern: Beckenkammstanzen, Lymphknoten, zytologisches Material. Falls nicht bekannt, bitte direkt am Institut nachfragen.

Was sollte man beachten ?

  • nicht Gewebe mit Pinzette/Klemme quetschen
  • nicht zu kleine Gefäße benutzen. Nach Fixation kann man die Gewebe oft nicht mehr aus den Gefäßen herausnehmen
  • nicht als "Fixation" Aqua dest, Kochsalz oder Zellkulturmedium benutzen: Gewebe faulen auf dem Transport bei Postversand. Das gleiche geschieht bei Fixation in zu wenig Formalin.
  • Bitte KEINESFALLS die Präparate willkürlich zerschneiden : Die Beurteilung der chirurgischen Resektionsränder sowie der anatomischen Zusammenhänge wird dadurch erschwert und in manchen Fällen unmöglich gemacht. Im schlimmsten Falle ist bei einem Malignom eine exakte TNM-Klassifikation nicht mehr möglich : aus R1 oder R0 wird dann RX !!!

Folgende Präparate werden vor der Fixation aufgeschnitten

  • Darmpräparate inkl. Ösophagus längs eröffnen, wobei unbedingt darauf zu achten ist, dass nicht im Bereich eines evtl. vorhandenen Karzinoms in Selbiges hineingeschnitten wird. Lieber sollte dann in diesem Bereich die Eröffnung unterbrochen werden.
  • Uterus wird von vorne einmal längs eingeschnitten
  • Magen wird von vorne an der großen Kurvatur eröffnet und auf einer Korkplatte aufgespannt
  • Harnblase wird von vorne eröffnet und auf einer Korkplatte aufgespannt
  • Gallenblase wird eröffnet

Einsendung von Schnellschnittmaterial

Die INDIKATION zum so genannten Schnellschnitt besteht nur bei einer intraoperativen Konsequenz!

Der Missbrauch der Schnellschnittuntersuchung zur Diagnose kleiner Biopsien kann Ihren PatientInnen schaden, da evtl. spärliches Material in der SS Untersuchung verbraucht wird und für eine weitere Untersuchung im Paraffin und damit besserer Gewebsmorphologie nicht mehr zur Verfügung steht. In solchen Fällen müssen die PatientInnen erneut biopsiert werden!

Schnellschnittmaterial soll immer und unbedingt:

  • so schnell wie möglich
  • eisgekühlt und
  • unfixiert (Eine Formalinfixation macht das Schneiden unmöglich!)

zum Institut gebracht werden.

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